Galerie Kai Hoelzner  
     
 
 
 

Haus der Mitte

mit/with: Andreas Gehlen, Stephan Gripp, Alexandra Hopf, Klaus Kleine,
Svenja Kreh, Phillip Maiwald, Uwe Schinn

Sep 20th - Oct 11 th 2008

 

 
 

 

Installation view "Haus der Mitte", Galerie Kai Hoelzner, 2008

 

 
   
 

Installation view "Haus der Mitte", Galerie Kai Hoelzner, 2008

 

 
   
 

Phillip Maiwald "Muss der Döner teurer werden", acryl on canvas, 18 x 24 cm, 2008

 

 
   
 

Svenja Kreh "Prayers for the Damned", inc on paper, 170 x 240 cm, 2008

 

 
   
 

Alexandra Hopf "The Marriage of Heaven and Hell", acrylic on wood, print, 2006-2008

 

 
   
 

Stephan Gripp "Wendy Carlos und die Bilder der guten alten Ultrabrutalen", mixed media, 2008

 

 
   
 

Andreas Gehlen / Klaus Kleine "Psyk", paper relief, 280 x 550 cm, 2008

 
   
 

Installation view "Haus der Mitte", Galerie Kai Hoelzner, 2008

 

 
   
 

Uwe Schinn "Changes", LP, cover, 2008, Ed. 5

 

 
   
 

Phillip Maiwald "o.T. (Flasche, Glas, Flakon)", 2008

 
     
       
 

Haus der Mitte

From the 20th of September to 11th of October 2008 Galerie Kai Hoelzner exhibited the “Haus der Mitte” with Andreas Gehlen, Stephan Gripp, Klaus Kleine, Alexandra Hopf, Svenja Kreh, Phillip Maiwald and Uwe Schinn.

The Haus der Mitte, a youth centre in the Berlin Gropiusstadt district, was where Christiane F first came into contact with drugs. The manager, pastor Jürgen Quandt, was trying provide a political education to neglected young people, but entirely contrary to his intentions the Haus der Mitte became a place where profound transgressions took place. In the late 70s the journey, from smoking dope in the club's basement disco, to snorting coke for the first time in “Europe's most modern discotheque”, S.O.U.N.D in Berlin's Genthiner Straße, to shooting up for the last time in the toilets at Bahnhof Zoo only took a few months.
That the modern architecture in places like Gropiusstadt, the Märkischem Viertel in Berlin, Hasenbergl in Munich, the Vahr in Bremen or Chorweiler in Cologne represents only the failures of a great social utopia is still a widely-held point of view. In fact, because of their density, brutalism, and thoroughly utilitarian rationality the buildings have a dystopian energy built in that is very quickly physically unleashed on the residents.


This is the other side of the glamorous disco years, the ‘h’ that was eating through the psyche and physicality of the youth. Berlin was one of the world's main drug capitals, the young people who moved to the “Zeitgeist Metropolis” were joining a ghost ship in the eyes of many of their parents, a ghost ship of no return. Shocking black and white images of young people lying slumped alongside toilet bowls accompanying stories of drug abuse victims powerfully reinforced this impression every night on the news. The almost invisible puncture left in the arm by the first needle is the point where the 70s parallels of glam and camp touch at infinity. Convulsed into a line this is the boundary where squalid reality still begins.

The exhibition takes the gallery space of the new Zentrum Kreuzberg on a journey, from teenager's bedroom, to youth centre, out into the pedestrian zone and into the back yard of a derelict old building via a wall relief, info tables, objects, installations and drawings.

An LP by Uwe Schinn accompanies the exhibition.

 

Haus der Mitte

Vom 20. September bis zum 11. Oktober 2008 zeigt die Galerie Kai Hoelzner die Ausstellung "Haus der Mitte" mit Andreas Gehlen, Stephan Gripp, Klaus Kleine, Alexandra Hopf, Svenja Kreh, Phillip Maiwald und Uwe Schinn.

Das Haus der Mitte, ein Jugendzentrums in der Berliner "Gropiusstadt", war der Ort, an dem Christiane F. zum ersten Mal mit Drogen in Kontakt kam. Ganz im Gegensatz zu den Erwartungen seines Leiters, des Pfarrers Jürgen Quandt, der politische Bildungsarbeit mit vernachlässigten Jugendlichen betreiben wollte, wurde das Haus der Mitte zum Ort einer tiefgreifenden Transgression. Vom Kiffen im Discokeller des Clubs über den ersten Snief in "Europas modernster Diskothek", dem S.O.U.N.D in der Genthiner Straße in Berlin, bis zum Goldenen Schuss auf einer Toilette am Bahnhof Zoo brauchte es Ende der 70er oft nur wenige Monate.

Dass die Architektur der Moderne an Orten wie der Gropiusstadt oder dem Märkischem Viertel in Berlin, Hasenbergl in München, der Vahr in Bremen oder Chorweiler in Köln lediglich das Scheitern einer grossen sozialen Utopie repräsentiert, ist eine immer noch weit verbreitete Ansicht. Tatsächlich ist den Gebäuden durch Konzentration, Brutalismus und konsequente Zweckrationalität von vorn herein eine dystopische Energie eingeschrieben, die innerhalb kürzester Zeit ihre zerstörerische Gewalt in den Körpern ihrer Bewohner freisetzt.

Es ist die andere Seite des glamourösen Discozeitalters, die sich mit dem grossen H durch die Physis und Psyche der Jugendlichen fraß. Berlin galt als Welthauptstadt der Drogen, wer jung war und in die "Inselstadt" zog, der heuerte in den Augen vieler Eltern auf einem Geisterschiff an, vom dem es vermeintlich keine Wiederkehr gab. Zu eindrücklich waren dafür die täglichen Berichte über Drogenopfer, die allabendlich in den Nachrichten präsentiert und durch schockierende Schwarzweiss-Fotos von Jugendlichen illustriert wurden, die zusammengekrümmt neben Toilettenschüsseln lagen. Der kaum sichtbare Einstich, den die Nadel beim ersten "Schuss" in den Armbeugen hinterließ, ist der Punkt, an dem sich die in den 70ern ausformulierten Paralellen Glam und Camp im Unendlichen berühren. Zur Linie gekrümmt markiert er noch die Grenze, hinter der das Elend der Realität beginnt.

Mit einem Wandrelief, mit Infotischen, Objekten, Installationen und Zeichnungen schickt die Ausstellung den im Neuen Zentrum Kreuzberg gelegenen Galerieraum auf eine Reise vom Jugendzimmer über das Jugendzentrum hinaus in die Fußgängerzone und bis in den Hinterhof eines unsanierten Altbaus.

Zur Ausstellung erscheint eine Schallplatten-Edition von Uwe Schinn.

 
     
     
  >>> back