Galerie Kai Hoelzner
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Cornelius Quabeck

"DR. ROCK & DIE CHEWBACCA DEFENSE"

 

13. Juni bis 10. Juli 2010

"An einem heissen Tag, der alle Hummeln und Blüten freute und mehr Betrieb
auf die Wiesen brachte als seit Monaten dort zu finden gewesen war, stand ein
grüner VW-Bus auf der Zufahrt zum Anwesen der Komponistin (die sich
neuerdings auf ihrer Visitenkarte aus Daffke mit «C» schrieb: «Componistin»)
und Electronica-Forscherin Cordula Späth am Fuß der Berge voller schwarzer
Bäume, und ein Mann in schweren Pilotenstiefeln und mit langem Bart, in
weißem Mantel, auf dem Arm ein Kätzchen, stapfte durch die Gräser hinter
dem stattlichen marmorklippenerhabenen, arielweißen Haus mit dem orangenen
Dach."
D. Dath: Für immer in Honig, Berlin, 2005, S. 162

Dr. Rock, Romangestalt aus Dietmar Daths frühem opus magnum "Für immer in Honig", taucht
meist dann auf, wenn den Helden das Wasser bis zum Hals steht. Der Roman nämlich handelt
vom Totentanz, von der letzten Schlacht zwischen den Untoten und den „W“. Zwei Handvoll
Protagonisten und um die neunzig weitere tragende Rollen, die im Verlauf der Handlung
verschiedenen Reanimationen, Transformationen oder auch Seelenwanderungen unterworfen
sind, drei große sowie diverse von ihnen ausgehende Nebenhandlungen inklusive
Auswandererkolonie auf dem Mars sowie reichlich eingeschobene Exkurse zu Fragen der
Wissenschaft und Politik machen das Buch zu einer unter der eigenen Schwerkraft
zusammenbrechenden Sonne, deren Trümmer als ein Kreischen und Wimmern der nackten
Drastik metzelnder Nazi-Zombotics in das All alles Sagbaren hinausgeschleudert werden.

Unter diesem Partikelschauer vollziehen Cornelius Quabecks Bilder den Übergang von Malerei
als Bedeutungsträger hin zum bloßen Malgrund für den asemantischen künstlerischen Akt. Wie
jedes gute Stück Noise oder Drastik bedeuten die Bilder nichts weiter als sich selbst. Mal
türmen sich Übermalungen wie düstere Soundmauern vor den "alten" Inhalten der Bildern auf,
dann wieder legen sie sich wie ein leises Elektronica-Klicken über das semantische Fundament
der Leinwände. Sie durchschlagen die Inhalte der dahinter liegenden Bildebenen wie Geschosse
eines Schrappnells oder ennervieren als optisches Grollen den Sehnerv der Betrachter.

Schaut es vorne manchmal aus wie Pointillismus oder Pollock, wird weiter hinten auf der
Leinwand unverdrossen abgebildet. Rockistische Verweise wie das Portrait der Schauspielerin
Liv Tyler, der Wookie Chewbacca mit unfassbar melancholischem Blick oder Senta Bergers in
„Als die Frauen noch Schwänze hatten“ als Laubsägearbeit legen am Lagerfeuer der Teenage-
Romantik immer wieder neues Schwemmholz auf die Flammen: Man kann mit dem Kokeln
einfach nicht aufhören. Einerseits der Tiere wegen. Andererseits, weil die Funken am
Nachthimmel in bestimmten Gemütsverfassungen noch interessanter sind als die Sterne selbst.

 

 

 

CV

CORNELIUS QUABECK

1974 geboren / born in Wuppertal

 

EINZELAUSSTELLUNGEN / SOLO EXHIBITIONS

2010
"Dr. Rock und die Chewbacca Defense", Galerie Kai Hoelzner, Berlin.
"School´s Out", Galerie Christian Nagel, Köln.
"Erbengemeinschaft", Galerie Horst Schuler, Düsseldorf.
"Short Straw", Stephen Friedman, Gallery, London.

2009
"Paul McDevitt & Cornelius Quabeck: Bierstadt", Stephen Friedman Gallery, London.
"C Monster", Taro Nasu Gallery, Tokyo.

2008
"Work Out!", Galerie Martin van Zomeren, Amsterdam.
"Paul McDevitt/Cornelius Quabeck", Galerie Horst Schuler, Düsseldorf.
"Capital C", Galerie Christian Nagel, Berlin.
"Critical mess", Friedrich Petzel Gallery, New York

2007
"Anti-Corny", Galerie Horst Schuler, Düsseldorf.
"Anti-Hero", Galerie Martin van Zomeren, Amsterdam.

2006
""Hellfire Club", Galerie Christian Nagel, Köln.
"Disegno", Stephen Friedman Gallery, London.

2005
"Cornelius Quabeck-Schilderen for the Revolution", Galerie Martin van Zomeren, Amsterdam.
"Alexander Esters, Cornelius Quabeck präsentieren: Red motA Der Atom", 15. Februar 2005, Kunsthalle Düsseldorf.

2004
„Fratzentango - The Spirit of Linné“, Ausstellungen bei Horst Schuler, Düsseldorf.
“Surrender to my D´Generation“, Galerie Christian Nagel, Berlin.

2003
"me sentiments distingués", Projektraum, Galerie Hammelehle und Ahrens, Köln.

2002
„Marriage á la mode“ mit William Hogarth, Henry Peacock Gallery, London.

2001
„The Mote“ mit Frenk Meeuwsen, Henry Peacock Gallery, London.

1999
„Die glühende Horrorhand“ Projektraum Konkordiastrasse, Düsseldorf.

 

 

GRUPPENAUSSTELLUNGEN / GROUP EXHIBITIONS

2010
"Paradise Lost. Holidays in Hell", CCA Andratx, Mallorca.

2009
"Strahl Dich Aus" - Deutsche Kunst nach 1970", Galerie Samuelis Baumgarte Galerie, Bielefeld (upcoming).
"Bierstadt", Galerie Stephen Friedman, London.
"15 Jahre Hammelehle und Ahrens", Galerie Hammelehle und Ahrens, Köln.
"Any Kind of Cruelty", Galerie Martin van Zomeren, Amsterdam.

2008
"1/2 x 11/A4", James Fuentes LLC, NewYork.
"Self-Portraits", James Fuentes LLC, New York.
Brevity´s Rainbow. A Galaxy of Tiny Artworks", Cinders Gallery, Brooklyn, NY.

2007
"Hotel Kerberos", KIT-Kunst im Tunnel, Düsseldorf.

2006
"Yankee Doodle Yankee & Flea Market", Tokyo, Japan.

2005
"Sonnenblume Titanic", kjubh Kunstverein, Köln.
"Erleuchtet uns...und unsere Handlungen das Denken mit derselben Gleichgültigkeit wie die Sonne...?", center, Berlin.
"Matt Calderwood, Björn Dahlem, Sophie von Hellermann, Ian Kiaer, Cornelius Quabeck", Hugh Lane Gallery, Dublin.

2004/05
"The Festival of Dreams. Songs of Innocence and Experience", lombard-freid fine arts, New York.
"Hamburg Blues", Interconti, Hamburg.

2004
"Hamburg Blues", Interconti, Hamburg.
"Janis Avotins, Cornelius Quabeck, Jan Stieding", Galerie Rüdiger Schöttle, München.
"Zunge an Zündschnur. Ann-Kristin Hamm, Andreas Plum, Cornelius Quabeck, Helga Schmidhuber", Krinzinger Projekte, Wien.
"Besides, popularity is a rather lumpy concept, no?", Kunsthalle Düsseldorf.
Raum 500, München.
„Red motA- Lebt und Arbeitet!“ Kjubh, Köln.
„Red motA- WG- Heft und Bar“, Turboplex, Berlin.

2003
„Bis ans Ende der Welt“, Kunstverein Konstanz.
„Über das Neue Teil III“ mit Alexander Esters, Düsseldorf.
„La section d´ Or“ La Lune en Parachute, Epine.

2001
„Uptight out of control“ mit Paul McDevitt, Stuart Purdy, Declan Clarke, Richard Clegg, Anna Fasshauer, Goshka Macuga, Lucy McKenzie, als Teil von „Freie Wahlen“, Kunsthalle Baden- Baden.
„Pension Bader“, Projektraum Konkordiastrasse, Düsseldorf.
„Rezession“ mit Jan Schmidt, Boppstrasse 13b, Mainz.
„Görls“, Boppstrasse 13b, Mainz.

2000
„McDevitt, Purdy, Quabeck- uptight (outta sight)“ Plus e.V.Galerie, Düsseldorf.
„Bigger Monster Lover“, Glasgow Project Room mit Paul McDevitt und Stuart Purdy.
„Hellseher“, mit Matt Calderwood, Matt Bryans, Paul McDevitt, Neal Tait, Projektraum Konkordiastrasse, Düsseldorf.

TEXTE VON CORNELIUS QUABECK

"Paul McDevitt. Cornelius Quabeck", AntiHero Verlag, Berlin 2008.
"New York City is a braveheart!", RedMota Verlag, 11. September 2004, S.27-29.
"Menniskans Cousiner 21", RM3, Sternstunden planetarischer Folklore, RedMota Verlag 2003.

"Mes Sentiments Distingués", Der Atom - Sonderausgabe/ RedMota Verlag 2003.

 

LEHRTÄTIGKEIT / TEACHING POSITIONS

2006/07
Lehrauftag Kunstakademie Düsseldorf

2005
Visiting Tutor an der Ruskin School of Drawing and Fine Art, University of Oxford.