Galerie Kai Hoelzner  
     
 

 

 
 

Christina Zück

Oregon Vortex
Dec 15th 2007 - Jan 26th 2008

 

 
 

 

o.T., 2007 (Rostock)
67 x 67 cm
c-print

 

 
   
 

o.T., 2005 (Varanasi)
90 x 90 cm
c-print

 

 
   
 

o.T., 2004 (Olympiabad)
120 x 120 cm
c-print

 

 
   
 

o.T., 2007 (Hari Ki Pauri)
75 x 75 cm
c-print

 

 
   
 

o.T., 2005 (Haridwar)
80 x 80 cm
c-print

 

 
   
 

o.T., 2006 (Berlin)
90 x 90 cm
c-print

 

 
     
 

15. DEZ - 26. JAN 2008

OREGON VORTEX.

OREGON VORTEX alludes to the gravitational vortex in the US-State Oregon, where physical facts seem to be reversed: objects oppose gravity in a mysterious way, people closer to the source of the phenomena appear smaller than people further away, bottles roll towards the centre of the vortex even on inclined planes. For a long time, scientific approaches to the phenomena seemed useless, as the observations were attributed to the easily deceivable human senses.

Parallel to the establishment of anomalistic scientific methods in the 80s, which aimed to resolve anomalies within the frame of a conventional approach to phenomena, a renunciation of psychological, social and philosophical approaches within art also rose to prominence. For instance, a significant part of the internationally acclaimed German photographic practice continues to be characterized by a consequent shift of interests towards technics- and device-oriented methods, detached from the psyche of the photographer. The tools are serialism, documentary and facticity, any kind of inter-subjectivity is cut off and the artist is psychologically disconnected from the work.

Once cut off from communication with their originator, the images start to build up delusional relations to their observer and also start to communicate between them. Minimal and accidental alterations within a photographic series inevitably have to be interpreted as a message. Out of these accidental happenings and unconscious decisions of the photographer emerge synchronicities, through which hidden forces seem to talk to the observer. As if out of nowhere, in one of Zücks´ images a metal chain appears that speaks loudly and clearly of these hidden meanings. Does anyone notice?

What does it mean when in Christina Zücks´ exhibition a diving board from a Leni Riefenstahl film appears and strangely bows towards the vortex? This skewed gradient could lead one to conclude that David Lynch (under the influence of the Maharishi) would come to Berlin and declare the founding of the “University of the invincible Germany”. This would take place on the Teufelsberg (devil´s mountain), the site of the proposed “Third Reich” defence academy.

In OREGON VORTEX Christina Zück presents a short trip through the incarnations of the transcendent society: anti-globalisation activists on mobile toilets are seen from a worm’s-eye view and meet football fans marching towards the viewer’s retina. Spiritual Indians wash their souls, holy buffaloes fight for ranking order at the pilgrimage site Varanasi and Venus in a turquoise cotton dress appears out of the spray of the whirpool.

 

 
 

15. DEZ - 26. JAN 2008

OREGON VORTEX

OREGON VORTEX bezieht sich auf einen Gravitations-Strudel im US-Bundesstaat Oregon, an dem die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt zu sein scheinen: Gegenstände widersetzen sich auf mysteriöse Weise der Schwerkraft, Menschen, die sich näher am Ursprung des Phänomens aufhalten, erscheinen kleiner als weiter entfernt stehende, Flaschen rollen auch auf schrägen Ebenen dem Zentrum des Vortex zu. Lange Zeit galt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit derartigen Phänomenen als wenig sinnvoll, da man Beobachtungen den leicht zu täuschenden Sinnen des Menschen zuschrieb.

Parallel zur Etablierung einer wissenschaftlich geprägten Anomalistik in den 80er Jahren, deren Ziel es wurde, die Auflösung der Anomalien im Rahmen einer konventionellen Erklärung der Phänomene zu erreichen, war auch in der Kunst eine Abkehr von psychologischen, sozialen oder philosophischen Ansätzen zu beobachten. So ist ein wesentlicher Teil der international beachteten Fotografie aus Deutschland heute geprägt von einer konsequenten Verlagerung ihrer Interessen auf eine technisch-apparative und von der Psyche des Fotografen entkoppelten Arbeitsweise. Serialität, Dokumentarismus und Faktografie heißen die Werkzeuge, mit denen jegliche Intersubjektivität durchschnitten wird und sich der Künstler psychologisch vom Werk abnabelt.

Einmal abgeschnitten von der Kommunikation mit ihrem Erzeuger, beginnen die Bilder, wahnhafte Beziehungen zum Betrachter aufzubauen und sich auch untereinander zu verständigen. Minimalste und zufällige Veränderungen innerhalb einer fotografischen Serie müssen zwangsläufig als Botschaft verstanden werden. Aus Zufällen und unbewussten Entscheidungen des Fotografen werden Synchronizitäten, vermittels derer verborgene Kräfte mit dem Betrachter in Verbindung treten. Und plötzlich taucht auf einem von Zücks Bildern diese Kette auf, die eben diese geheimen Verbindungen im völligen Klartext deutlich ausspricht. Merken das die anderen nicht?
Und was bedeutet es, dass in Christina Zücks Ausstellung plötzlich der Sprungturm aus Riefenstahls Olympia auftaucht und sich so eigenartig zum Vortex hinneigt? Schon an der Schräge des Turmes konnte man erkennen, dass der unter dem Einfluss des Maharishi stehende Lynch nach Berlin kommen und die Gründung der "Universität des unbesiegbaren Deutschland" verkünden würde. Und zwar genau auf dem Teufelsberg-Gelände, auf dem die wehrtechnische Fakultät des dritten Reiches untergebracht werden sollte.

Christina Zück zeigt mit OREGON VORTEX einen kurzen Trip in die Fleischwerdungen der Transzendenzgesellschaft: Globalisierungsgegner auf Rostocker Dixiklos treffen froschperspektivisch auf Fußballfans und latschen dem Betrachter direkt auf die Netzhaut. Spirituelle Inder waschen ihre Seelen, heilige Büffel tragen Rangordnungskämpfe am Pilgerort Varanasi aus und die Venus entsteigt im türkisfabenen Baumwollkleid der schaumigen Mitte eines Strudels.

 

 
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